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1.9.2 Spezialthema: Wie Grafiken ausgegeben werden

In den Details ist die Mathematica-Grafik-Ausgabe auf den verschiedenen Computersystemen und verschiedenen Mathematica-Schnittstellen unterschiedlich. Die Dokumentation, die mit Ihrem Mathematica-Paket geliefert wurde, beschreibt, was in Ihrem Fall relevant ist.

Bei textartigen Mathematica-Schnittstellen füllt jede einzelne Grafik in der Regel den vollständigen Bildschirm, oder es wird ein neues Fenster erzeugt, das dann mit Grafik gefüllt wird. Die Details, wie man sich der Grafik wieder entledigt, variieren von einem System zum anderen. Beachten Sie: Wenn Sie Mathematica mit einer textartigen Schnittstelle starten, müssen Sie eventuell ein Mathematica-Paket laden, um Mathematica mitzuteilen, wie Grafik ausgegeben werden soll. Die Details dazu finden Sie in der Dokumentation zu Ihrer Mathematica-Kopie.

Bei einer Notebook-artigen Mathematica-Schnittstelle wird jede einzelne Grafik in einer Zelle Ihres Notebooks plaziert. Mit der Mathematica-Benutzeroberfläche können Sie die Grafik auf mehrere Arten manipulieren, zum Beispiel durch Änderung der Größe oder durch erneute Darstellung mit verschiedenen Optionen.

Mit vielen Mathematica-Systemen können Sie Folgen von Grafik-Bildern sammeln und sie in rascher Folge so darstellen, daß ein animierter „Film" entsteht. Notebook-Schnittstellen können in der Regel eine Folge von Zellen auswählen, die als die Einzelbilder für Ihre Animation dienen. Viele textartige Schnittstellen bieten auch Möglichkeiten zur Animation; normalerweise erzeugt die Funktion ShowAnimation[, , ... ] einen Film, wobei die einzelne Grafik-Ausgaben sind.

Wichtig ist folgendes: Mathematica produziert jede Grafik-Ausgabe in drei Schritten. Im Ersten werden Befehle wie Plot ausgeführt und eine Folge von Mathematica-Grafik-Primitiven erzeugt. Diese Primitiven, die in Abschnitt 2.9 behandelt werden, stellen Objekte wie zum Beispiel Linien, Punkte und Polygone als Mathematica-Ausdrücke dar. Im zweiten Schritt bei der Erstellung von Grafik-Ausgabe werden diese Grafik-Primitiven in eine standardisierte geräteunabhängige Darstellung Ihres Grafik-Bildes gewandelt. Mathematica erzeugt die Darstellung in der Seitenbeschreibungssprache PostScript.

Der letzte Schritt bei der Grafik-Ausgabe besteht darin, die PostScript-Beschreibung eines grafischen Bildes auf dem von Ihnen gewünschten Gerät wiederzugeben. Bei Notebook-Schnittstellen führt die Mathematica-Benutzeroberfläche diesen Darstellungsprozeß durch. Bei anderen Systemen erfolgt er gewöhnlich durch ein externes Programm, das automatisch aus Mathematica heraus aufgerufen wird.

PostScript wird als Grafik beschreibende Sprache eingesetzt, weil es auf vielen verschiedenen Geräten, darunter auch Displays und Druckern umgesetzt werden kann, und weil es in viele Programmarten importiert werden kann. Einige Versionen von Mathematica werden mit Konvertierungsprogrammen geliefert, mit denen Encapsulated PostScript Format und andere Standard-Grafikformate produziert werden können.

Bei textartigen Benutzeroberflächen wird normalerweise der Befehl PSPrint[grafik] zum Ausdruck von Grafik verwendet. Der Befehl Display["datei", grafik, "EPS"] speichert die PostScript-Darstellung der Grafik in einer Datei.

Obwohl die meisten Grafiken von Mathematica zuerst in PostScript konvertiert werden und dann auf den jeweiligen Geräten wiedergegeben werden, kann es in einigen Fällen vorteilhafter sein, direkt die ursprüngliche Mathematica-Form wiederzugeben. Ein Beispiel dafür sind Systeme, die Bilder dreidimensionaler Objekte in Realzeit manipulieren. Bei solchen Systemen nutzt man in der Regel die Funktion Live[grafik], mit der eine „live"-Version eines Teils einer Mathematica-Grafik produziert werden kann, die dann direkt mit den auf dem Computer verfügbaren Werkzeugen manipuliert werden kann.

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